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Die ideale Artikel-Länge ist länger als gedacht
In der digitalen Nachrichtenlandschaft kämpfen Redaktionen um die Aufmerksamkeit der Leser. Eine zentrale Frage lautet: Wie lange sollte ein Online-Artikel sein, um maximale Lesedauer zu erzielen? Eine Studie der Beratungsfirma Schickler und der Deutschen Presse-Agentur (DPA) liefert klare Antworten: Die ideale Länge liegt bei 1.400 Wörtern. Längere Texte halten Nutzer länger auf der Seite, solange das Thema fesselt. „Das optimale Verhältnis aus Textlänge und Media Time liegt bei 1.400 Wörtern“, erklärt Schickler-Chef Ralf-Dieter Lafrenz. Bis zu dieser Marke steigt die durchschnittliche Lesezeit kontinuierlich, stagniert dann und sinkt bei Überschreitung.
Themenabhängige Unterschiede prägen die Praxis
Politik-Artikel erreichen ihr Maximum bei 1.200 Wörtern – länger sinkt die Aufmerksamkeit. Fußballberichte dürfen bis 1.800 Wörter gehen, da Fans langes Lesen tolerieren. Menschengeschichten kennen gar keine Grenze: „Bei interessanten Artgenossen steigt die Lesezeit kontinuierlich“, betont Lafrenz. Auf Smartphones gilt Ähnliches: Optimale Länge 1.400–1.800 Wörter, trotz kürzerer Gesamtzeiten.
Print- vs. Online-Vorgaben kollidieren
Doch es geht nicht nur um Wortzahl. In Tageszeitungen gelten Faustregeln wie 3.000 Zeichen inklusive Leerzeichen. Magazine brauchen 2.500 Zeichen pro Druckseite. PR-Artikel empfehlen 2.000 Zeichen plus einer 600-Zeichen-Zusammenfassung, um Redakteuren Flexibilität zu bieten. „Ein Text in der richtigen Länge hat bessere Veröffentlichungschancen“, heißt es bei deutschen Tageszeitungen. Faktoren wie redaktionelles Konzept, Leserrelevanz und Bildmaterial bestimmen die Passung.
News-Lebensdauer ist kurzlebig
Ungarische und US-Forscher der University of Notre Dame messen: Online-Nachrichten überleben real nur 36 Stunden. Nach drei Tagen sind sie „für immer“ weg – Relevanz diktiert Länge. 90 Prozent regionaler News-Artikel sind zu kurz und verpassen Lesezeitpotenzial.
Werden längere Artikel öfter geteilt?
Redaktionen müssen umdenken: Längere, themenstarke Inhalte gewinnen. Fußball und Porträts profitieren, Politik braucht Präzision. Journalisten sollten bei Recherche Längen abfragen. So entstehen Beiträge, die nicht nur gelesen, sondern geteilt werden. In Zeiten knapper Aufmerksamkeit ist wie lange der Schlüssel zum Erfolg – idealerweise 1.400 Wörter, angepasst ans Thema.
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