Rekord-Schneebaby Emma: Die unglaubliche Geschichte eines Embryos aus dem Jahr 1992
In den USA hat ein medizinischer Meilenstein die Welt der Reproduktionsmedizin aufhorchen lassen: Baby Emma Wren Gibson kam am 25. November 2017 in Tennessee zur Welt – aus einem Embryo, der seit Oktober 1992 eingefroren war. Das macht Emma zum Rekordhalter als das längst gelagerte Schneebaby, dessen Lebendgeburt bekannt ist. Die Mutter, Tina Gibson, war bei der Geburt erst 26 Jahre alt – der Embryo war also fast so alt wie sie selbst, da Tina 1991 geboren wurde.
Tina und ihr Ehemann Benjamin hatten sich entschieden, Embryonen von anonymen Spendern zu adoptieren. Im Frühjahr 2017 wurden drei Embryonen aus dem Jahr 1992 in Tinas Gebärmutter implantiert. Die Ärzte warnten: Dies könnte einen Weltrekord bedeuten. „Do you realise I’m only 25? This embryo and I could have been best friends“, scherzte Tina gegenüber CNN. Am Ende trug sie Emma aus, die mit rund 3 Kilogramm und 50,8 Zentimetern kerngesund das Licht der Welt erblickte.
Der bisherige Rekord lag bei knapp 20 Jahren: Ein Junge aus Virginia, geboren 2010 aus einem 2000 erstellten Embryo. Emmas Fall übertrifft das bei weitem und unterstreicht Fortschritte in der Kryokonservierung. „Schneebabys“ – so der umgangssprachliche Begriff für eingefrorene Embryonen – ermöglichen Paaren mit Unfruchtbarkeit oder späten Kinderwunsch eine Chance auf Nachwuchs.
Neuen Maßstab durch Schwester Molly gesetzt
Die Geschichte der Gibsons geht weiter: Im Oktober 2024 brach Emmas Schwester Molly den Rekord mit einem 27 Jahre alten Embryo vom selben Spender. Molly, geboren aus einem 24-jährigen Embryo wie Emma, setzte damit einen neuen Maßstab. Tina Gibson betonte immer: „I just wanted a baby. I don’t care if it’s a world record“. Doch wissenschaftlich ist es bahnbrechend.
Diese Entwicklungen zeigen, wie sich Fruchtbarkeitsmedizin verändert. Kürzlich gelangten Lämmer in künstlichen Gebärmüttern zum Wachstum, [Uterustransplantationen](https://www.stern.de/gesundheit/uterustransplantation–wie-ein-geb%E4rmutter-spenderprogramm-funksioniert–9375422.html) ermöglichen Geburten bei Frauen ohne Gebärmutter, und sogar präpubertär entnommene Eierstöcke führten zu erfolgreichen Schwangerschaften. 3D-gedruckte Eierstöcke ließen Mäuse gebären – der Weg zu ähnlichen Lösungen für Menschen ist geebnet.
Hoffnung für unfruchtbare Familien weltweit
Experten der Universität Tennessee feiern Emma als Beweis für die Langlebigkeit von Embryonen. Dr. Jeffrey Keenan vom National Embryo Donor Center überwachte Implantation und Geburt. Solche Fälle könnten Paare weltweit motivieren, Embryonenadoptionen in Betracht zu ziehen.
Trotz Erfolgen mahnen Wissenschaftler: Langzeitstudien zu den Kindern fehlen noch. Dennoch symbolisiert Baby Emma Hoffnung für unfruchtbare Familien. Ihre Geschichte, vor acht Jahren viral gegangen, bleibt ein Highlight der Medizingeschichte – und nun mit Schwester Molly noch beeindruckender.