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23
Januar, 2026

Anstieg der Mykoplasmen-Infektionen bei Kindern

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Anstieg der Mykoplasmen-Infektionen bei Kindern

In den vergangenen Monaten hat ein unscheinbares Bakterium für Unruhe unter Eltern und Ärzten gesorgt: Mykoplasmen, insbesondere Mycoplasma pneumoniae, sind zunehmend für Infektionen bei Kindern verantwortlich. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) hat sich die Zahl der gemeldeten Fälle bei 5- bis 14-Jährigen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verzehnfacht – eine besorgniserregende Entwicklung, die sich fortzusetzen scheint. Experten warnen davor, dass atypische Lungenentzündungen häufig als harmlose Erkältungssymptome beginnen.

Verbreitung in Schulen und Kitas

Diese winzigen Bakterien, die keine Zellwand besitzen, verbreiten sich hauptsächlich über Tröpfcheninfektion, beispielsweise beim Husten, Niesen oder Sprechen. Auch Schmierinfektionen über kontaminierte Oberflächen wie Türklinken oder Spielzeug sind möglich. Besonders betroffen sind Schul- und Kitakinder, da die lange Inkubationszeit von 1–4 Wochen die Nachverfolgung und Eindämmung erschwert. „In Kindergärten und Schulen explodieren die Fälle“, bestätigt Kinderärztin Dr. Töpfner.

Spezifische Symptome bei Kindern

Die Symptome einer Mykoplasmen-Infektion ähneln anfangs einer gewöhnlichen Grippe: leichter Husten, Halsschmerzen, Kopfschmerzen und mildes Fieber. Bei Kindern können auch Durchfall, Erbrechen oder Keuchen auftreten. Charakteristisch ist der trockene, hartnäckige Husten, der über Wochen anhalten und mit Brustschmerzen durch Muskelkrämpfe einhergehen kann. Jeder zehnte Patient entwickelt zudem einen Hautausschlag. Rund 3–13 Prozent der Kinder leiden an einer atypischen Lungenentzündung, die schleichend verläuft und oftmals ohne hohes Fieber auskommt.

Diagnose und Therapieoptionen

Die Diagnose ist aufgrund der unspezifischen Symptome oft schwierig. Ein Rachenabstrich oder ein PCR-Test kann jedoch Klarheit bringen und wurde im Jahr 2024 besonders häufig durchgeführt. Kinderärztin Dr. Töpfner rät, bei länger anhaltendem Husten und Fieber oder Atemnot einen Arzt aufzusuchen. Mykoplasmen sind resistent gegen β-Laktam-Antibiotika wie Amoxicillin. Stattdessen werden Makrolide wie Azithromycin für Kinder bevorzugt, während ältere Kinder auch mit Tetracyclinen behandelt werden können. Diese Antibiotika-Therapie sollte über 5–14 Tage erfolgen, um Resistenzen vorzubeugen.

Hygienemaßnahmen als Präventionsstrategie

Da es bisher keine Impfung gegen Mykoplasmen gibt, sind präventive Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen, soziale Distanz und das Tragen von Masken in betroffenen Gebieten besonders wichtig. Die Aufklärung spielt eine entscheidende Rolle, um die Verbreitung innerhalb von Familien oder Gemeinschaftseinrichtungen einzudämmen. Das RKI meldet, dass Erwachsene tendenziell weniger betroffen sind, die Übertragung innerhalb der Familie jedoch riskant sein kann.

Schärfere Maßnahmen gefordert

Experten fordern verstärkte Testmaßnahmen in pädiatrischen Praxen, um Infektionen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. „2026 könnte zum Rekordjahr für Mykoplasmen-Infektionen werden“, warnt der ADAC angesichts der aktuellen Entwicklungen. Eltern sollten anhaltende Beschwerden bei ihren Kindern ernst nehmen und regelmäßig auf mögliche Symptome achten.

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Kristian Juelsaard

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